Wir bauen bestehende Platzsituationen weiter. Nach den großen Plätzen der Schelfkirche und des Schelfmarktes führen wir auf einen dritten Platz, den Platz des Stadtarchives. Es entsteht ein wichtiger öffentlicher Ort, welcher von den Archiv- und Verwaltungsgebäuden gerahmt wird.
Das neue Stadtarchiv hebt sich durch seine Transparenz in der Straßenansicht hervor. Diese offene Geste wird durch den geschlossenen Fassadenanteil umrahmt und gestützt. Formen und Linien von Backstein zu Fachwerk werden aufgegriffen und neu interpretiert.
Ein gemeinsamer innenliegender Hof macht das Archiv für die Stadtgesellschaft erfahrbar. So ist das Archiv nicht nur ein Ablageort der Stadtgeschichte, sondern tritt in Kontakt mit ihr. Es entsteht eine bauliche Handreichung. So wird nicht nur eine Lücke gefüllt. Zwischen den kontrastierenden Häusern des Speichers und des Fachwerks vermittelt der Neubau. Die springenden Dachlinien finden ihren Weg von der massiven Höhe des Speichers zu der niedrigeren Trauflinie des Fachwerkgebäudes. Auch hier vermittelt der Neubau.
Formen und Linien werden aufgegriffen und neu interpretiert. Durch den transparenten Eingang wir das Fachwerkhaus optisch freigestellt und dennoch in die Straßenflucht eingebunden.
Das straßenseitige Fenster des verbindenden Foyers lässt einen großzügigen Einblick als Einladung zur Begegnung zu. Im zur Straße orientierten Erdgeschoss liegen die öffentlicheren Nutzungen wie Foyer, Café und Handbibliothek für Besucher.
Das vielschichtige Raumprogramm will eine Vielzahl unterschiedlicher Nutzer und
Anforderungen in Bestand und Neubau zusammenbringen. Durch die Verknüpfung der unterschiedlichen Gebäudeteile mittels Laubengang auf den Ebenen EG und 1.OG entsteht eine qualitätsvolle Beziehung zwischen Weg- & Aufenthaltsräumen. Auch bei zukünftigen Nutzeränderungen können Räume je nach Bedarf zu- und weggeschaltet werden.
Durch die Lagerung der Archivbestände im bestehenden Speichergebäude sind sie geschützt und von der Straße abgerückt.